Albanien

Albanien liegt an der Adria auf der westlichen Balkanhalbinsel. Das Land hat eine wechselvolle Geschichte und wird jetzt langsam vom Tourismus entdeckt. Bis vor einigen Jahren mag man beim Stichwort Albanien noch an ein erzkommunistisches Refugium unter Enver Hoxha und ein zusammengebrochenes Wirtschaftssystem gedacht haben. Doch diese Zeiten sind Vergangenheit. Wer sich heute auf das Land einlässt, wird eine schlummernde Schönheit finden mit offenherzigen und hilfsbereiten Menschen.

Albanien

Bis Anfang der 1990er Jahre war Albanien das stalinistischste Regime Europas. In dieser Zeit schotteten sich das Regime und somit auch die Gesellschaft vom Rest der Welt (auch der sozialistischen) ab. Erst nach dem Umbruch der frühen 1990er erfolgte sukzessive eine Öffnung den anderen Staaten Europas und der Welt gegenüber. Angesichts des massiven Aufholbedarfs sind die Fortschritte zwar noch mäßig, in manchen Gegenden aber schon deutlich spürbar.

Mittlerweile ist Albanien eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik. Das Land ist Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der CEFTA, der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, des Europarats, des Kooperationsrats für Südosteuropa, der OSZE und seit dem 24. Juni 2014 Beitrittskandidat der Europäischen Union. Hier mehr zur Geschichte Albaniens.

Skanderbegplatz, Tirana, Albanien © suc, istockphoto.com

Die Hauptstadt Tirana ist die größte Stadt Albaniens. Sie liegt am Fuß der Berge rund 30 km vom Meer entfernt. Die Stadt platzt seit dem Ende des Kommunismus praktisch aus allen Nähten: Aus dem ganzen Land kommen täglich neue Zuzügler auf der Suche nach Arbeit. Die Stadt pulsiert: Sie ist diejenige Stadt des Landes, die sich am schnellsten entwickelt und nicht nur den Leuten vom Land einiges zu bieten vermag.

Amtssprache ist Albanisch. Ältere Leute sprechen oft Italienisch, junge auch Englisch. Im Allgemeinen scheint Italienisch weiter verbreitet als Englisch, auch in der Beschilderung. Dies liegt vor allem daran, dass italienisches Fernsehen empfangen werden kann und besonders zu kommunistischen Zeiten heimlich als Tor zur Welt genutzt wurde. Weiterhin können auch Griechischkenntnisse weiterhelfen.

Albanien ist ein überwiegend muslimisches Land – allerdings spielt die Religion zumeist keine größere Rolle als in Deutschland. Die vielen Moscheen sind zwar ein sichtbares Zeichen für das Überwiegen des Islam, aber das Zusammenleben mit allen Religionsgemeinschaften verläuft reibungslos. Katholische und orthodoxe Kirchen sowie Moscheen stehen teilweise in unmittelbarer Nähe zueinander.

An Albaniens Küsten herrscht vorwiegend mediterranes Klima, mit mildem, feuchtem Winter und heißem, trockenem Sommer. Im Landesinneren ist das Klima kontinentaler mit tiefen Temperaturen im Winter. Die Sommer sind hier warm, die Winter kalt und niederschlagsreich. Die Jahresdurchschnittstemperaturen schwanken in Albanien zwischen 14 und 16 °C, die Niederschläge zwischen 1000 mm an der Küste und 2000 mm im gebirgigen Inneren.